Ausstellung „Auf den Spuren der DDR“ im Studiercafé eröffnet

Der OLB „Berlin – auf den Spuren der DDR“ hat sich mit zahlreichen Aspekten der deutsch-deutschen Vergangenheit beschäftigt – vom Alltagsleben bis zur Stasi, von der  Kita-Pädagogik bis zur Freien Deutschen Jugend, vom Mauerbau bis zum Mauerfall. Nach dem Besuch einiger Gedenkstätten und Museen in Berlin während der Studienfahrt hatten die Studierenden nun die Aufgabe, Zeitzeugeninterviews mit Menschen zu führen, die über ihre persönlichen Erfahrungen in der Vergangenheit erzählen konnten. Dabei ging es um Flucht und Vertreibung, um den Neustart nach 1989 und um die Verhältnisse zwischen Ost- und Westdeutschland heute.

Hier die engagierten Studierenden bei den letzten Arbeiten vor der Ausstellungseröffnung:

Exemplarische Interviews für interessierte Leser*innen:

Zeitzeugeninterview mit Markus E. aus Osnabrück
Zum Hintergrund des Zeitzeugen:  1977 in Leipzig geboren, dort auch aufgewachsen, 1989 direkt nach dem Fall der Mauer nach Osnabrück umgezogen

Erste Frage: Beschreiben Sie bitte Ihre Kindheit in der ehemaligen DDR. Wir haben in einem Mietshaus in Leipzig gewohnt, mein Vater war erst als Busfahrer und dann als Ingenieur beim Bauhof der Stadt Leipzig beschäftigt, meine Mutter hat in der Kirchengemeinde gearbeitet, ich habe noch eine 4 Jahre jüngere Schwester. Da ich in einem kirchlichen Kindergarten gegangen bin, hatte ich während der Kitazeit noch wenig Berührungspunkte mit dem politischen System. Am Abend vor der Einschulung in die Grundschule haben mir meine Eltern erklärt, dass ich in der Schule eine Sonderrolle haben werde, denn ich war kein Mitglied bei den Jungen Pionieren (staatliche Organisation für Kinder)  – an der Grundschule gab es drei Kinder, die kein Pionierhalstuch getragen haben  – von ungefähr 1000 Kindern insgesamt.
Ich habe von Anfang an gewusst, dass es wichtig ist, familiäre und private Dinge nicht nach außen zu tragen, z.B. wohnte bei uns im Mietshaus in der oberen Wohnung ein Mitarbeiter der Stasi und es gab auch Mitschüler, deren Eltern bei der Stasi gearbeitet haben.
Interessant ist es vielleicht, dass ich als Klassensprecher gewählt wurde, weil ich mir immer schon getraut habe, meine Meinung zu sagen und für andere einzustehen, und nach der Wahl hat die Lehrerin sich bei der Schulleitung erkundigt, ob ich überhaupt dieses Amt ausfüllen darf, sie kam zurück mit der Nachricht, dass nur Mitglieder der Jungen Pioniere bzw. der FDJ Klassensprecher werden können, daraufhin habe ich verweigert, bei der Wahl mitzumachen. Das war sicherlich nicht ganz ungefährlich.
In den Schulferien haben wir Urlaub an der Ostsee gemacht, ich habe mich immer danach gesehen, mal an die Nordsee zu kommen, um Ebbe und Flut zu sehen. Ein gewisser Neid auf Westdeutschland und die Konsumgüter dort war immer vorhanden. Wenn Pakete aus dem Westen gekommen sind, war es leider so, dass sie vorher am Zoll geöffnet wurden und teilweise Produkte oder angekündigte Spielwaren in den Paketen nicht mehr vorhanden waren. Der Geschmack von richtiger Coca-Cola oder von Hanuta und Schokolade insgesamt war deutlich besser als der Geschmack von Produkten aus dem Osten, das sind so Faktoren, die man als Kind deutlich wahrnimmt und die einem auch wichtig sind.
Im Unterricht wurden wir politisch beeinflusst, es ging häufig um die Freundschaft zur UdSSR und um die großen Taten der Sowjetunion und der Helden des Sozialismus, der Westen dagegen wurde als imperialistisch und kriegstreibend sehr negativ dargestellt. Regelmäßig gab es den Fahnenappel in der Schule. Es war mir schon als Kind bewusst, dass ich nicht in einem Rechtsstaat lebe, sondern dass staatliche Institutionen das Recht haben, über mich und die Familie und über andere Bürger zu bestimmen.
Dadurch, dass wir in Leipzig gelebt haben und meine Mutter bei der Kirche gearbeitet hat, haben wir die Montagsgebete in den Kirchen und die darauffolgenden Montagsdemonstrationen im Herbst 89 sehr nah wahrgenommen.

Zweite Frage: Wie sind sie dann nach Westdeutschland gekommen?Direkt nach dem Fall der Mauer haben meine Eltern beschlossen, dass wir nach Osnabrück ziehen, durch die Kirchengemeinden gab es Kontakte zu einer Osnabrücker Familie, bei der wir zunächst auch wohnen konnten.
Meine Eltern mussten für die Ausreise unendlich viele Listen erstellen, damit festgehalten wurde, welche Dinge wir aus der DDR mit nach Westdeutschland genommen haben. Der Umzug erfolgte noch nach den strengen Regeln der DDR.
Da im Herbst und Winter 1989 noch niemand absehen konnte, wie sich die politische Situation weiterentwickelt, war es meinen Eltern sehr wichtig, die Chance der Maueröffnung zu nutzen, um möglichst schnell mit uns Kindern gemeinsam als Familie in den Westen zu gehen.Die Situation in Osnabrück war für uns Kinder nicht ganz einfach, ich fühlte mich in den ersten Jahren sehr als Außenseiter, als Ossi. Da ich zunächst kein Englisch konnte, bekam ich auf der Domschule in der Orientierungsstufe Extraschichten Englisch, später habe ich mein Abitur auf dem Carolinum gemacht. Natürlich habe ich mich durch meine Kleidung und durch mein Aufwachsen in der DDR von den anderen Kindern und Jugendlichen meines Alters unterschieden, und es hat länger gedauert, bis ich akzeptiert wurde. Für meine vier Jahre jüngere Schwester war dieser Prozess deutlich einfacher.

Dritte Frage:       Welche positiven oder negativen Punkte würden Sie im Nachhinein über das Aufwachsen in der DDR nennen?
Im politischen System der DDR war für mich nichts gut, das Vertrauen in die Politik fehlte total. Aufgrund des mangelnden Vertrauens in die Politik war aber die gesellschaftliche Solidarität relativ hoch, sobald beispielsweise jemand wusste, wo es etwas zu kaufen gibt, wurde es weitergegeben.
Man könnte vielleicht sagen, dass der Staat sich um alles gekümmert hat, von der Gesundheitsfürsorge bis zur Betreuung und Bildung, man könnte es als soziale Hängematte bezeichnen, allerdings musste man dafür auch systemkonform sein.
Sehr negativ war auch der Umgang mit der Umwelt, z.B. durch die Kohleheizungen war der Geruch katastrophal.Zum Ende hin war die DDR ökonomisch am Ende, deswegen ist sie letzten Endes gescheitert. Es gab einfach kein „Weiter so!“.
Als Konsequenz des Aufwachsens in der DDR könnte man eventuell sagen, dass die Menschen nicht gelernt haben, Vertrauen in Politik und Institutionen zu entwickeln.

Gibt es noch einen weiteren Punkt, der interessant wäre? Die langjährige Solidarität der Kirchen zwischen West und Ost war allgemein und für unsere Familie speziell ein sehr wichtiger Faktor. So hatten wir Westkontakte nach Osnabrück und konnten unseren Umzug  im Dezember 1989 bewältigen.
Aktuell wäre mir noch wichtig zu betonen, dass die Freiheit ein unfassbar großes Gut ist, was viele als selbstverständlich erachten, aber das ist es nicht.

Und: Als in dann in Cuxhaven Ebbe und Flut gesehen habe, war ich enttäuscht.

 Zeitzeugeninterview, Datum: 13.11.2018, Interviewpartner: Gerhard K.

Zum Hintergrund des Zeitzeugen: am 18.11.1948 in Schlotheim geboren und ist dort heute noch lebhaft. Hr. K. ist verheiratet und hat eine Tochter. Seine Mutter war von Beruf Schneiderin, sein Vater war Schneider, verstarb mit 52 Jahren an den Folgen des 2. Weltkrieges.

Wie war ihr schulischer/beruflicher Werdegang? Gab es Aspekte, die Sie damals besser als heute fanden? Gab es Freizeitaktivitäten, bei denen sie dabei waren? Ich absolvierte den Abschluss der 10. Klasse an der Polytechnischen Oberschule, anschließend erreichte ich den Abschluss zum Schlosser und bildete mich an der Volkshochschule zum Schlossermeister weiter. Zusätzlich studierte ich an der Fachhochschule Maschinenbau und erhielt den Abschluss zum Diplomingenieur. Weitergehend habe ich die Weiterbildung als Sicherheitsingenieur erlangt.
Ja, es gab Aspekte, die ich besser fand als in der heutigen Zeit. Zum Einen sind das der damalige Zusammenhalt und die außerschulischen Aktivitäten. Zum anderen die Zufriedenheit und der Umgang mit den Menschen untereinander und der dazugehörige Respekt. Der Respekt vor Menschen wurde auch in dem Erziehungsstil der DDR deutlich. Weiterhin war die Erziehung geprägt von der Freundschaft zu den sozialistischen Staaten wie z.B. der Sowjetunion und dem allgemeinem damaligen politischen Erziehungsstil.
In meiner Freizeit habe ich bei den jungen Pionieren, der Freien Deutschen Jugend und an vielen Sport AGs teilgenommen. Weiterhin interessierte ich mich für die Blaskapelle und Modellbau. Politisch war ich nie aktiv. Mit der Stasi hatte ich auch nie Kontakt. Eine Akteneinsicht habe ich beantragt, jedoch gibt es über mich keine.

Wie haben Sie von dem Fall der Mauer erfahren und wann war Ihr erster Besuch in der Bundesrepublik Deutschland? Empfinden Sie Unterschieden zwischen der DDR und der BRD (prägnante Unterschiede)? Ich bin in der Nacht von einem Freund über die offenen Grenzen informiert worden. Die Freude darüber war sehr groß, sowie die Möglichkeit frei zu reisen. Der erste wirkliche Besuch in der BRD war ca. 4 Wochen nach der Grenzöffnung. Wir sind da zu Freunden unserer Eltern gefahren. Der erste Eindruck war schon überwältigend – Konsum, super Straßen, tolle Gebäude und Infrastruktur. Aber auch  eine gewisse Sparsamkeit und Berechenbarkeit der Menschen in der BRD. Unterschiede empfand ich  anfänglich in dem Konsum und der Reisefreiheit. Später war es der Unterschied zwischen arm und reich, der zu bemerken war.

Zur politischen Wende in der DDR: Wir haben alle gemerkt, dass das System der Volkswirtschaft der DDR am Ende ist. Konsumgüter wurden knapper und die Unzufriedenheit der Menschen wuchs. Die Industrie war moralisch verschlissen und die Bausubtänze an Wohn- und Industriebauten haben einen riesigen Reparatur- und Renovierungsstau erlitten. Die DDR war ein rohstoffarmes Land und musste die meisten, dringend benötigte Rohstoffe auf dem freien Markt kaufen also mit DM bezahlen. Um Devisen zu erhalten mussten immer mehr Produkte exportiert werden, die natürlich der eigenen Bevölkerung gefehlt haben. Die friedliche Revolution in der DDR, war ausschließlich den Bürgern der DDR zu verdanken. Dies aber nur, weil die Großmächte, die Sieger des Zweiten Weltkrieges, ihr Bereitschaft dazu erklärt hatten, Deutschland wieder zu vereinen.

Dies war auch im Nachhinein die beste Lösung. Ein führender Politiker war damals Helmut Kohl. Er hat blühende Landschaften versprochen und Wohlstand für alle. Blühend Landschaften sind entstanden – Wohlstand für alle nicht. Frau Merkel sagte neulich„Der Wirtschaft in Deutschland geht es so gut wie nie zuvor“ – das mag stimmen, nur bei den meisten Menschen der ehemaligen DDR, kommt da nur sehr wenig an. Schnell ist die Freude über Reisefreiheit und Konsumüberangebot verschwunden. Viele Familien sind in der 2. Generation auf staatliche Unterstützung angewiesen. Ca. 80 % der Arbeitsplätze auf dem Territorium der ehem. DDR sind verschwunden, große Unternehmen sind rar. Viele Menschen hier sind der Meinung, dass sie abgehängt vom wirtschaftlichen Erfolg des Landes sind. Es sind die besten Voraussetzungen für linke – und rechte Randparteien, ihre Ideologien zu verfolgen und die Leute aufzuwiegeln.
Ich persönlich habe an keinen Demos teilgenommen, heute und damals nicht. In der Wendezeit habe ich mit Partnern eine Baufirma gegründet und war da als Gesellschafter und technischer Leiter tätig. Es war eine sehr bewegende Zeit und sehr spannend. Wir hatten sehr viele und gute Aufträge und ein relativen, moderaten Stundenlohn der Beschäftigten. Dadurch konnten wir die höheren Kosten an Baumaterial kompensieren. Das Baumaterial musste in den ersten Jahren aus den alten Bundesländern herangefahren werden und war somit viel teurer für uns als für vergleichbare „Westfirmen“. Als dann das Netz der Baustoffhändler auch hier auf dem Territorium dichter wurde und somit die Einkaufspreise günstiger, waren wir mit einmal Konkurrenten der westdeutschen Bauindustrie. Nun passierte das, was heute nur noch mit viel Energie der Beteiligten möglich ist. Die Gewerkschaften beschlossen einen Mindestlohn für das Bauhauptgewerbe, der damals dann auch festgeschrieben wurde. Beschäftigte der Ostdeutsche Firmen gehörten kaum Gewerkschaften an. Natürlich war es schön für die Arbeitnehmer allgemein, schlecht für die ostdeutsche Bauindustrie. Die meisten aus der DDR stammenden Baufirmen hatten wenig Kapitaldeckung und mussten viel in Maschinen und Ausrüstung investieren. Dies war nun nur noch beschränkt möglich und führte dazu, dass einige Firmen dies nicht überlebten.

Meine ersten Eindrücke der Wendezeit, bei Besuchen von Partnern und Bekannten in Westdeutschland. Wir waren gern gesehen. Wir wurden auch gern informiert über die Gesellschaftsform des Kapitalismus und gern wurde uns auch erklärt, wie wir in der damaligen DDR gelebt haben. Alle wussten was wir besser machen sollten. Wir haben dann vieles besser gemacht, Anerkennung aber nie erhalten.

Konkret: Wir haben viele unserer westdeutschen Partner, also Baumärkte gesagt, ihr müsst hier investieren und Leute von hier einstellen– geworden ist nichts daraus. Gekommen sind die, die mit Fördermittel Massenproduktionsstellen errichtet haben, mit geringerem Lohn hohen wirtschaftlichen Erfolg erzielt haben um dann, nach auslaufen der Förderzeit; wieder zu gehen.

Was würde ich mir heute für Ostdeutschland wünschen? Ich würde mir wünschen, dass die Lebensleistungen der Menschen anerkannt werden, dass es ein vergleichbar gleiches Lohngefüge gibt, das die Rente schneller angepasst wird. Dass junge Menschen nicht mehr der Arbeit nachreisen müssen, wie Wanderarbeiter und ihren Lebensmittelpunkt ihres Lebens in der von ihnen gewollten Region errichten können. DaSs sich westdeutsche Menschen mehr für die Befindlichkeiten der Ostdeutschen interessieren.
Bitte erfragt doch mal in eurem unmittelbaren Umfeld, wie viele Leute schon mal in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern waren! Um Land und Leute kennen zu lernen sollte man mal dort gewesen sein – Goethe sagte schon „Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich“. Ich würde mich darüber freuen.
Gern denke ich an die bewegte Aufbruchstimmung der politischen Wende zurück. Keinesfalls möchte ich die DDR zurück haben. Gern werde ich auch als Ostdeutscher wahrgenommen und gern beantworte ich auch die damit verbundenen Fragen – Belehrungen darüber mag ich nicht!
Mit Spannung verfolge ich die derzeitige politische Situation in Deutschland. Ich denke schon, dass einige Parteien unseres Landes die Zeichen auch Ostdeutschlands erkannt haben und ihre Lehren daraus ziehen. Gern wünsche ich mir auch, dass das Gelernte dann auch umgesetzt wird und nicht in Koalitionen versickert.

Zeitzeugen Interview mit Margot W.  13.11.2018

Zum Hintergrund der Zeitzeugin: Margot W. wurde am 02.09.1937 in Schalkau geboren

Erste Frage: Beschreiben Sie bitte ihre Kindheit in der ehemaligen DDR. Meine Kindheit.. Ich bin damals als Kind, da muss ich sieben gewesen sein, mit meinen Eltern und meinen Geschwistern in einem Wagon von Schalkau nach Zaschwitz bei Altenburg  gebracht. Weil wir dort nach dem Krieg nicht mehr wohnen durften. Und hier bin ich dann auch erst sehr spät eingeschult worden. Mit 8 Jahren bin ich dann zur Schule und dort wurde uns schon beigebracht, dass der Westen nicht gut wäre. Es wurde sehr viel negatives über den Westen erzählt.In der Schule, dass weiß ich noch genau, trugen wir immer dunkel Blaue Röcke und hatten ein blaues Tuch um den Hals. Wie nannte man uns damals nochmal.. genau Pioniere.

Zweite Frage: Was haben Sie nach der Schule gemacht? Nach der Schule, das ist bei mir so gewesen, ich bin mit 15 aus der Schule gekommen und dann mit 15 ½ bin ich dann rüber in den Westen. Meine Schwester ist schon viel eher in den Westen geflüchtet. Die ist hier zur Schule gegangen und ich bin dann nach Bad Rothenfelde in ein Waldkrankenhaus und habe dort den Krankenschwestern beim putzen geholfen. Damals das weiß ich noch genau haben wir 20 Mark im Monat verdient. Das war schon sehr wenig, wenn man überlegt was man heute verdient. Aber man konnte damals ja auch mit 50 Pfennig ins Kino gehen. Genau und dann später wurde mir angeboten, dass ich in der Küche lernen darf. Das habe ich dann auch noch gemacht.

Dritte Frage: Wie sind sie nach Westdeutschland gekommen? Das war 1953 im August. Ich bin erst rüber auf Besuch zu meiner Schwester gefahren und dann mit ihr zusammen in einem Wagon nach Braunschweig. Dort blieb ich dann auch erstmals bis ich nach Bad Rothenfelde kam. Nun und als ich nicht mehr zurück kam, wurde die Polizei aufmerksam darauf und die haben dann meine Mutter geholt und sie befragt. Die Polizei wollte mich zurück holen aber meine Mutter, das hat sie genau so gesagt sagte zu der Polizei, dass sie froh sei einen „Fresssack“ weniger zu haben.

Zwischenfrage: Und die Polizei hat dann nichts mehr gemacht? Nein das konnten sie ja nicht. Außer, dass ich nicht mehr nach Hause kommen durfte, auch nicht zu Besuch. Ich weiß gar nicht mehr wann ich wieder normal einreisen durfte da ich ja schwarz abgehauen bin. Das waren einige Jahre, da habe ich meine Familie nicht mehr gesehen nur meine Schwester in Bielefeld, die ist ja schon vor mir geflüchtet mit Sack und pack durch einen Fluss, da die Grenzen so kontrolliert wurden. Kurz vor dem Mauerfall durften die Rentner also meine Mutter rüber in den Westen. Da waren damals Harry (1959) und Jürgen (1962) schon geboren. Und auch zu Beerdigung meiner Mutter durfte ich nicht einreisen, da wurde mein Antrag abgelehnt. Es durften nur die aus dem Osten.

Vierte Frage: Sind Sie jemals in den Urlaub gefahren? Nein. Wir sind nie in den Urlaub gefahren und in der DDR-Zeit sowieso nicht. Und die, die verreisen durften, die konnten sich das selbst auch nicht aussuchen. Das wurde ja quasi vom Staat, also von der Firma bestimmt, wo man hin durfte. Da wurde sogar der Ferienplatz ausgesucht. Aber wir waren ja auch viele Kinder. 9 Kinder waren wir damals und meine Mutter alleine. An meinen Vater kann ich mich nur vage erinnern.

Fünfte Frage: Haben Sie Kontakt mit der Stasi gehabt? Ich ja nicht mehr, da ich ja so früh drüben war. Aber zu meiner Schwester im Spreewald durfte ich gar keinen Kontakt haben, weil der Heinz, der Mann ein Major war. Er hatte einen hohen Posten und fast alle die einen hohen Posten hatten, waren ja irgendwie verwickelt. Sie mussten sich da quasi anschließen. Gesagt hat das keiner, aber man ahnte es. Wir wurden auch mal bespitzelt, aber das wussten wir erst viel später. Wir hatten uns einmal im Jahr getroffen, wir Geschwister. Wir waren damals in einem Hotel und hatten dort eine Etage für uns. Da liefen zwei Männer mit Aktentasche. Der Heinz (Schwager) hat uns das erst später erzählt, dort musste man uns auch beobachtet haben. Das war schon eine gruselige Zeit. Auch alle uneheliche Kinder waren verschwunden, die Kinder wurden an Frauen gegeben, die keine Kinder kriegen konnten. Die haben die Stasi weggenommen. Als die Grenze offen war, ist das erst herausgekommen.

Sechste Frage: Welche positiven oder negativen Punkte würden Sie im Nachhinein über das Aufwachsen in der DDR nennen? Wir als Kinder hatten es dort nicht schlecht. Wir haben in einen kleinen Ort gewohnt und konnten immer zu Fuß zur Schule gehen. Negativ war, dass man nach dem Krieg mit Marken einkaufen gehen musste. Wir mussten uns immer in Schlangen stellen und dann gab es Tage, wo man nichts mehr bekommen hat. Unsere Mutter ist immer zum Bauern und hat dort hin und wieder was bekommen. Ich weiß noch, dass meine Mutter das Brot immer weggeschlossen hat. Und wenn wir hunger hatten, sagte sie immer: „Dann müsst ihr sehen, geht Äpfel klauen.“ Einmal im Monat gab es eine Tüte Bonbons, die haben wir uns dann immer zu viert geteilt. Das war was besonderes. Schokolade gab es auch nicht und Bananen auch nicht. Bananen habe ich erst gedacht, die mag ich gar nicht, als ich die im Westen gesehen habe. Ich wollte mal eine ganze Wurst kaufen. Da war ich einmal drüben im Osten später, da sagte der Mann, dass er mir keine ganze Wurst verkaufen konnte, weil es das letzte wäre für den Rest der Woche. Da durfte ich nur eine halbe kaufen. Es gab Läden aus dem Westen, die hießen „HO“. Wo man aber nur mit  Westgeld einkaufen durfte. D-Markt war erst nur im Westen und im Osten gab es anderes Geld. DDR Geld haben wir immer gesagt.
Das Schlimme war immer an der Grenze, als die uns immer so durchgesucht haben. Helmut (verstorbener Ehemann) hat mal eine Kristallvase mitbringen wollen, die haben sie weggenommen. Im Westen war es viel günstiger als im Osten. Mein Bruder hat sich mal mit unseren Cousin getroffen. Horst wurde schon beobachtet und als der dann weggefahren ist haben sie ihn angehalten und haben alles weggenommen. Gesichtskontrolle wurde auch immer gemacht, da war Karin (Tochter) immer diejenige, die weggeschaut hat, da hat der Polizist immer gesagt: „Karin, bitte her gucken.“ Das war immer ein Lacher.
Also im Krieg ging es uns nicht gut und in der DDR auch nicht. Die Straßen waren häufig kaputt und die Häuser waren auch nicht im besten Zustand, finanziell sah es nicht gut aus. Das einzig schöne muss ich sagen, wenn Kinder schlau waren in der Schule, dann wurden die derbe gefördert vom Staat.

 Friederike Niederdalhoff, 30.11.18

 

 


Projekt Fahrradwerkstatt – Kooperation mit der Don Bosco kath. Jugendhilfe Osnabrück

Der OLB Fahrradwerkstatt:  Hier ging es theoretisch und praktisch rund ums Fahrrad – Reparaturen, Verschönerungen, Optimierung. Um das Gelernte direkt umzusetzen, hat der Kurs für Kinder und Jugendliche des Don Bosco ein attraktives „Pimp my bike“ Angebot durchgeführt.

Hier der Bericht aus der Don Bosco Jugendhife:

Das Fahrrad – mehr als nur ein Fortbewegungsmittel …
… dies konnten Kinder der Don Bosco Jugendhilfe an drei Nachmittagen im September merken. Neben einem Workshop für einen Fahrradparcours, in dem die Kinder beim Slalom und im Kreisel ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen konnten, gab es einen Workshop, in dem sich die Kinder spielerisch z.B. durch ein Memory theoretisches Wissen zum Thema „Fahrrad“ aneignen konnten –  sowie den dritten Workshop: „Pimp my bike“. Hierbei konnten die Kinder ihre eigenen Fahrräder ganz nach Wahl mit Farbe & Co bunt gestalten. Angeleitet und unterstützt wurden die Kinder von den angehenden Erziehern und Erzieherinnen der Klasse O2 mit ihrer Lehrerin Maria Hinze  (Evangelische Fachschulen Osnabrück). Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und so kamen die unterschiedlichsten und buntesten Ergebnisse heraus. Als Erinnerung an das Projekt wurde gemeinsam ein altes Fahrrad umgestaltet, welches nun bunt, geschmückt mit Blumen und Unterschriften der Teilnehmer auf dem Vorderdach der Jugendhilfe schon von Weitem gut zu erkennen ist.
Ganz herzlich bedankt sich die Don Bosco Jugendhilfe bei Maria Hinze und ihren fleißigen und geduldigen Schülern der Evangelischen Fachschule Osnabrück für dieses schöne und vor allem sehr gelungene Projekt.

Bericht: Johanna Imwalle


10 Jahre später: Bericht des Klassentreffens der Absolvent*innen von 2008

Am 30.06.2018 war es endlich soweit: Wir, die Absolventinnen der Abschlussklasse von 2008 der Evangelischen Fachschulen Osnabrück feierten unser 10 jähriges Treffen beim Griechen Pontos Park in Osnabrück.  In einem gemütlichen Raum konnten wir uns mit Speisen und Getränken in angenehmer gewohnter Geselligkeit über die vergangenen 10 Jahre austauschen. Leider haben wir nicht alle ehemaligen Schüler/innen von 2008 zusammen bekommen, jedoch freuten wir uns über jeden Einzelnen, der den Weg zur Feier gefunden hat.

Es wurde deutlich, dass wir in ganz unterschiedlichen Bereichen Fuß gefasst haben: Von Krippe bis zur stationären Jugendhilfe war alles dabei. Einige haben sich nach der Ausbildung für das Studieren oder Weiterbildungen entschieden. So saßen wir mit Menschen, die nun ganz unterschiedliche Qualifikationen und Erfahrungen vorweisen können,  an einem Tisch.

Viele aus unserem Jahrgang haben bereits eins oder mehrere eigene Kinder bekommen. Über die Schulzeit in der EFS haben sich viele untereinander angefreundet, die sich immer noch regelmäßig treffen, also gab es viel Gesprächsstoff.

Wir haben uns sehr über den Lehrerbesuch von Rudolf Bahlmann und Gertrud Meinzer gefreut, die stellvertretend für alle Lehrer/innen, die uns an der EFS unterrichtet haben, an unserer kleinen Feier teilgenommen haben.Unseren Jahrgang wird man wohl nicht vergessen können, da wir damals das Stück „Antigone“ zusammen aufgeführt haben.

Für uns ist auf jeden Fall klar, dass wir uns spätestens in 10 Jahren wieder treffen wollen!

Jennifer Wehler


Examen geschafft: 3 Klassen der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz nehmen die Zeugnisse entgegen

Nach einem bzw. zwei Ausbildungsjahren wurden am 23.06. (BFS 2CA) und am 25.06. (BFS 2a und BFS 2b) die Absolvent*innen der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz feierlich entlassen. Gut gelaunt verabschiedeten sich die Schüler*innen von ihren Mitschüler*innen und ihren Lehrkräften, teilweise lag auch ein Bedauern in der Luft, denn insbesondere in der komprimierten Ausbildung der sogenannten „Quereinsteiger“, die nach einem Jahr die Ausbildung beenden, haben sich intensive Klassengemeinschaften gebildet.
Mit dem beruflichen Abschluss eröffnen sich nun viele Möglichkeiten, unter anderem die Tätigkeit in Krippe, Kita oder Hort – oder die weitere Fortführung der Ausbildung zum/zur Erzieher*in an den EFS, je nach Wunsch in Vollzeit- oder berufsbegleitend in Teilzeit.
Herzliche Glückwünsche an die Sozialpädagogischen Assistent*innen!

Und hier noch die Abschlussrede der BFS 2b (Quereinsteigerklasse) – verfasst von Janina Determann:

Das erste Jahr

Nun stehen wir also hier
schick gekleidet und in den Fingern die Gier,
endlich unsere Ausbildung in den Händen zu halten,
endlich unsere Sommerferien zu gestalten.
Die letzten Tage Schule waren stockend,
die letzten Tage Praktikum so verlockend.
Wir haben es geschafft, haben was erreicht,
haben uns gewundert, wie schnell ein Jahr verstreicht.

Ich glaube wir können alle stolz auf uns sein,
wir sind alle hart wie Stein.
Haben den ganzen Stress überlebt,
auch wenn unsere Gefühle haben widerstrebt.
Haben Spaß gehabt und Leistungen erbracht,
haben viel gelernt und uns dabei entfacht.
Ich fass es nicht, dass wir jetzt hier stehen,
ein Jahr ist jetzt um und wir sehen einige gehen.
Eigene Wege, die sie bau‘n,
eigene Ziele, die sie bestau’n.

Doch die meisten machen weiter,
ob in Voll- oder Teilzeit, wir sind heiter.
Was uns hat ein wenig geschockt,
Klassen werden vermischt, das haben wir abgeblockt.
Doch im Endeffekt, wir lassen es zu,
geben dem Ganzen ´ne Chance, das ist der Clou.
Schließlich ändert das nichts,
an dem was wir haben erlebt,
im Mittelpunkt dieses Gedichts,
hat unsere Klassengemeinschaft uns bewegt.

Fangen wir damit an, dass wir uns haben
von Anfang an gut verstanden und gaben
den anderen eine Chance uns kennen zu lernen,
wie es weiter ging stand nur in den Sternen.
Doch das Schicksal hat es gut mit uns gemeint,
hat uns alle ungemein miteinander vereint.
Natürlich gibt es in jeder Gruppe Rollen,
das haben wir gelernt,
doch es liegt daran was wir wollen,
dass wir uns nicht voneinander entfern.
Wir kamen zurecht, jeder hat sich gefunden,
hat vielleicht den ein oder anderen Meilenstein überwunden.
Wir haben zusammen gelacht, aber auch mal aufgeregt,
doch beides zusammen hat unsere Klassengemeinschaft nur angeregt.

Wenn ich daran denke, dass sich jetzt einiges wird ändern,
zerrt es an meinen Bändern.
Diese Klasse so nun hinter mir zu lassen,
ehrlich gesagt macht mir das zu schaffen.
Ich glaube damit bin ich nicht allein,
ich glaube das berührt sogar den Ein Stein.
Wenn Freundschaften entstehen, Wege sich trennen,
tun diese Tatsachen in unseren Herzen brennen.
Doch ich habe gelernt, dass Abschied dazu gehört
und man Dinge hinter sich lassen muss;
ein Freund davon war ich noch nie,
doch mit der BFS2B wie wir sie kannten ist jetzt Schluss.

Immer wieder erstaunlich zu sehen,
wie Freundschaften können so schnell entstehen.
Doch manchmal denk ich, dass Zeit nicht viel ausmachen tut,
wenn die Chemie stimmt, dann versteht man sich eben direkt gut.
So hab ich es erlebt, so sehe ich es auch jetzt,
wie jeder den anderen hier wertschätzt.
Ich trau mich zu sagen, ich hab euch gern,
auch wenn ich mich manchmal halte von Gefühlen fern.
Es hat mir Spaß gemacht in die Schule zu kommen,
Spaß gemacht mit euch anzukommen.

Auch wenn wir uns manchmal gefragt haben was das soll,
haben wir alle Fächer gemeistert voll.
Ob Werken, Gitarre oder doch Politik,
geschafft haben wir sogar mit dem Jörg die Musik.
Sicher waren wir uns nicht bei jedem Fach,
waren nicht mehr bei jedem so wach.
Doch trotzdem alles durchgezogen,
schließlich wollen wir werden Pädagogen.

Wenn ich hier so in die Gesichter schau,
ich wusste dieser Tag wird grau.
Wir sitzen alle hier zusammen,
wollen unser Zeugnis empfangen,
doch da ist so viel mehr.
Ich sehe in eure Gesichter und sehe doch so viel:
da ist Freude, weil das Jahr ist nun vorbei,
da ist Mut, weil wir alle waren mit dabei,
da ist Trauer, weil unsere Klasse hat ein Ende,
da ist Glück, weil uns jemand gab solch eine Spende.
Vielleicht sehe ICH auch nur mein Spiegelbild,
vielleicht empfindet ihr das gerade nur mild.
Vielleicht übertreibe ich, vielleicht weine ich,
doch vielleicht teilt jemand diese Gefühle.

Ich bin in diese Klasse gekommen,
fühlte mich stets angenommen
und hoffe so ging es euch auch.
Ich habe euch kennen gelernt,
hab Vorurteile entfernt
und euch schließlich lieb gewonnen.

Ich bin berührt, ich bin gestärkt,
hat dieses Jahr hier wohlbemerkt,
mich weiter gebracht, stärker gemacht,
und schlussendlich an mein Ziel näher gebracht.
Einigen von euch, den wird es genauso gehen,
wollen Erzieher werden und wir werden sehen,
wohin uns diese Schule noch führt,
welcher Themenbereich uns noch so berührt.
Ich bin offen für alles, lasse mich überraschen,
hab sowieso immer einen Plan B in den Hosentaschen.

Freuen tu ich mich sehr,
was diese Ausbildung gibt so her.
Erzieherin will ich werden, auf jeden Fall,
trotz Hitze, Regen, Sturm und Schneeball.
Die Umstände sind mir egal,
Bezahlung auch sehr schmal, aber was soll’s.
Darum geht es hier schließlich nich,
nicht für mich.
Die Kinder sind es bei mir,
die mir diese Kraft geben hier.
Ich denke an sie, sie motivieren mich,
hoffentlich geht nichts gegen den Strich.
Ich bin mir nicht sicher, wie ihr darüber denkt,
welcher Gedanke euch bei dieser Sache lenkt.
Doch eigentlich schon, ich glaube fest,
dass euch der Gedanke an Kinder nicht mehr los lässt.
Und dafür sind wir doch alle hier,
wir wollen Kinder glücklich machen, sie begleiten,
sie kennen lernen, auch ihre Kernseiten.
Wir wollen helfen und unterstützen,
bei ihrer Entwicklung sind wir ihre Armstützen.

Für mich da gibt es nichts schöneres,
ein Kinder Lächeln, ein ehrliches.
Und wenn ein Kind eigentlich den Glauben verliert,
von Eltern vielleicht abserviert,
ja was könnte denn noch schöner sein,
wenn das Kind wieder Vertrauen hat, in dein.
Es glaubt wieder an die Menschheit, glaubt an sich,
und ein Superheld wird aus dem Bösewicht.

Kinder sind so einzigartig, sie sind einfach toll,
in ihnen steckt so viel Leben und zwar voll,
vom kleinen Zeh, bis zum Schopf,
vom Zehnagel bis zum Kopf.
Wir sollten sie bewundern und auch mehr beachten,
sie sind wichtiger als wir vielleicht dachten.
Sie sind unsere Zukunft, sie und nicht wir,
bei ihnen entscheidet sich, wie lange wir noch bleiben hier.
Gute Erziehung, das ist wichtig,
damit sich jedes Kind entwickelt richtig.
Das ist nicht immer leicht, manchmal wirklich schwer,
so lange ist es noch gar nicht her.
Hab Erfahrungen gemacht, nicht immer so leicht,
doch mein Bild vom Kind, das blieb gleich.

Jedes Kind ist wertvoll, egal ob gut oder „schlecht“,
denn jedes Kind, das hat das Recht,
auf eine unbeschwerte Kindheit, so oder so,
egal wie sie leben und wo.

Ich kann es einfach nicht beschreiben,
kann meine Schulden einfach nicht begleichen.
Denn zumindest mir gibt diese Arbeit so viel,
kann es kaum erwarten bis ich bin am Ziel.
Möchte meine Ausbildung schaffen,
mich immer wieder aufraffen,
denn dieser Job, der ist es wert.
Wenn andere sagen: „Ach ist doch nur ein bisschen spielen“,
möchte ich am liebsten auf sie zielen… mit…. Einer Wasserbombe.
Diese Arbeit, das ist so viel mehr,
gibt Kind und Erzieher so viel her.
Was würden wir schließlich nur ohne Erzieher machen?
Wer regelt denn dann die ganzen Sachen?
Wer passt dann auf, dass die Erziehung gelingt?
Wir brauchen Erzieher, unbedingt.

Abgekommen vom Thema,
unterbrochen das Schema.
Geht es hier um unsere Klasse,
wollte nochmal sagen, dass ich es nicht fasse,
dass wir uns jetzt nun trennen,
nachdem wir uns gerade erst lernten kennen.
Doch wir können’s nicht ändern, es ist entschieden,
müssen diese Konstellation heute verabschieden.
Vielleicht ist das schwierig, vielleicht auch traurig,
vielleicht macht uns das auch misslaunig.
Nach so kurzer Zeit, ich glaub es nicht,
sind wir näher zusammen gerückt, ganz schön dicht.
Wir hielten zusammen, wir waren eins,
und aus diesem eins wird jeder wieder seins.
Wir nehmen Abschied von dieser Gemeinschaft,
sagen danke, für das was wir haben geschafft.

Ich glaube an Abschied, Freunde und Glück,
unsere Klasse die war wirklich verrückt.
So viele Persönlichkeiten, so viel zu lachen,
haben erlebt so viele Sachen.
Doch das wichtigste was zählt:
wir haben uns eingelassen,
getraut in dunkle Gassen,
ein Abenteuer, was unberechenbar war.
Dieses Jahr war eine schöne Zeit,
unser aller Lächeln, das ist breit.
Ausbildung, ein großer Schritt,
denken wir irgendwann mit Freude daran zurück.
Und vielleicht, so Gott es will,
denken wir in vielen Jahren still,
zurück an diese Zeit,
wie lang wir gelaufen sind, so weit
und wo wir schließlich angekommen sind.

Einen Schritt geschafft, es geht noch weiter,
die nächsten Stufen folgen, auf der Leiter.
Egal welchen Weg ein jeder von uns wählt,
dieses Jahr wird zusammen gezählt.
Denn daran ändert sich nichts, das will ich mal sagen,
überstanden dieses Jahr, ohne großartige Klagen.
Aber das wichtigste war,
jeder von euch sagt „Ja“,
gemeinsam haben wir es gemeistert,
von dieser Klasse… ich bin begeistert.

Jeder von uns ist anders und das ist auch gut.
Jeder von uns ist sich jetzt sicherer, bei dem was er tut.
Ich wünsche euch allen nur das Beste, wohin euer Weg auch geht.
Ich hoffe ihr seid zufrieden, wo immer ihr dann steht.
Gebt nicht auf, kämpft für das, was ihr wollt,
denn wäre doch blöd, wenn ihr den Rest eures Lebens (herum sitzt und) schmollt.


„Gekrönt“ – 82 examinierte Erzieher*innen feiern den Abschluss

Manche waren 4 Jahre an den EFS, einige 3 Jahre, andere 2 Jahre – „gekrönt“ wurden sie alle für ihre Anstrengungen in Praxis und Theorie der Sozialpädagogik mit einer symbolischen goldenen Krone.  82 Absolvent*innen  – jetzt fertige Erzieher*innen – nahmen am 22. Juni 2018 ihre Examenszeugnisse in der Lutherkirche entgegen. Die Feierlichkeiten begannen mit einer Andacht, die Bettina Ley mit den Unterstufen vorbereitet hatte.

Hier ein kurzer Auszug aus den Gedanken, die von Janna Pienkos und Anita Wormsbecher (U3) vorgetragen wurden:

„Nach der Bibel ist jeder Mensch gekrönt. Gott „schmückt dich mit einer Krone – sie besteht aus Güte und Barmherzigkeit. Er versorgt dich mit Gutem dein Leben lang“. (Psalm 103) Ihr alle hier – aus der O1, der O2, der O3 und der O4 – tragt vor Gott eine Krone. Ihr seid seine Königskinder – so sieht Gott euch,- genau so, mit allen Ecken und Kanten, mit dem, was ihr könnt und mit dem, was ihr eben auch nicht könnt.
Jeder von euch hat seinen eigenen Wert, also setzt euch ruhig aufrecht hin, verändert eure Haltung. Wer als königlicher Mensch lebt, der kann auch zu den anderen königlich sein, gnädig und mitfühlend. Königliche Menschen helfen, unterstützen und begleiten, wo sie können, weil sie die Kraft dazu haben. Das wird nun bald eure Aufgabe sein – jeden Tag. Wer um seine Würde als Gotteskind weiß, kann andere trösten, ihnen Mut zusprechen. Wer von Gott her um seinen Wert weiß, kreist nicht ständig um sich selbst, sondern ist offen für andere
…“

Musikalisch verantwortlich war Jörg Spaude mit dem Chor der Unterstufen, und mit ihrem wunderbaren Solo des Songs „I lived“ erntete Leonie Kampe (wie immer bei ihren Auftritten!) einen tosenden Applaus. Carolin Gärtner (O1) erklärte, wie wichtig die Teilnahme an kulturellen Ereignissen auch für finanziell benachteiligte Familien ist, und deswegen wurde die Kollekte für Kukuk, die Osnabrücker „Kunst-und-Kultur-Unterstützungs-Karte“ eingesammelt. Auch an den Schülerhilfefond der EFS wurde gedacht, Micha Wille (O3) bot kleine selbst erstellte Schutzengel zum Verkauf an und spendete den gesamten Erlös. Damit kann wieder schnelle und unbürokratische Hilfe an Schüler*innen der EFS ermöglicht werden, z.B., wenn das Bafög-Amt (noch) nicht zahlt oder auch in anderen kurzfristigen finanziellen Notsituationen.
Abschließend wurden in der Lutherkirche in launigen Reden die Schulzeit reflektiert, an manche humorige Situation erinnert sowie viele gute Wünsche für die Zukunft formuliert, bevor die Zeugnisse an die einzelnen Klassen übergeben wurden. Wie Frau Kläfker (Schulleitung) hervorhob, wird den jungen Menschen aufgrund des Fachkräftemangels in der Kinder- und Jugendhilfe ein schneller Übergang in den Beruf gelingen – nicht wenige starten direkt am 1. Juli in ihre neue Stelle.
Weitere Höhepunkte des Tages waren der Sektempfang in der Aula der EFS sowie die Party im Alando.
Die Lehrkräfte beglückwünschen diesen  besonderen Examensjahrgang und freuen sich auf ein Wiedersehen in der Praxis, in der Heilpädagogen-Ausbildung der EFS oder ….  😉

Friederike Niederdalhoff, 23.06.2018


Erna de Vries – eine beeindruckende Zeitzeugin zu Besuch in den EFS

„Du wirst überleben, und du wirst erzählen.“
Am 7. Mai 2018 herrschte in der Aula der Ev. Fachschulen  Osnabrück ungewohnte Stille, obwohl mehr als 160 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und weitere interessierte BesucherInnen anwesend waren. Der Grund für diese Ruhe war die 94-jährige Erna de Vries aus Lathen, die über ihre Erinnerungen an die Zeit des Holocaust sprach.
Frau de Vries wurde 1923 geboren, ihr Vater war protestantisch und ihre Mutter jüdisch, und damit war sie laut der Nürnberger Gesetze der Nationalsozialisten „Mischling ersten Grades“. Nach dem frühen Tod ihres Vaters lebten Erna de Vries und ihre Mutter in Kaiserslautern, wo sie den zunehmenden Repressalien der Nazis unterworfen waren. So erlebten sie unter anderem die furchtbare Zerstörung ihrer Wohnung in der Reichspogromnacht und die anschließende vollständige Entrechtung der Menschen jüdischen Glaubens. Als ihre Mutter 1943 den Deportationsbefehl nach Auschwitz bekam, entschied sich die Tochter, freiwillig mitzugehen, weil sie ohne ihre Mutter nicht in Kaiserslautern bleiben wollte.
Sehr eindringlich schilderte sie den langen Transport nach Auschwitz, die Ankunft an der Rampe, die entwürdigenden Arbeits- und Lebensbedingungen und die schreckliche Angst, die alle Häftlinge jeden Tag haben mussten, denn in Auschwitz wurde sowohl nach Plan als auch willkürlich gemordet.
Als „Mischling ersten Grades“ wurde Frau de Vries  später von Auschwitz in das KZ Ravensbrück verlegt, wo sie für die Rüstungsindustrie bei Siemens arbeiten musste. Im Frühjahr 1945 schließlich wurden die inhaftierten Frauen gezwungen, sich auf einen der sogenannten „Todesmärsche“ zu begeben. Dort hat sie die Befreiung durch die Amerikaner erlebt.

Seit mehr als 20 Jahren hat Erna de Vries es sich als Aufgabe gesetzt, den Auftrag ihrer Mutter: „Du wirst erzählen!“ umzusetzen. So ist sie unter anderem in zahlreichen Schulen unterwegs, um ihre Lebensgeschichte der Jahre 1933 bis 1945 zu schildern und um mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen.

Fazit der Veranstaltung in den EFS: In Zeiten von zunehmendem Nationalismus, Rassismus, Rechtspopulismus und Antisemitismus sind Zeitzeugenbesuche wie dieser ein sehr wichtiges Projekt, denn wer will, kann aus der Geschichte sehr viel für die Gegenwart lernen. Dankbar und mit sehr großer Hochachtung und Anerkennung zollten die Zuhörer einen lang anhaltenden abschließenden Beifall für Frau de Vries.

Friederike Niederdalhoff


Regenbogen-Revue der Unterstufen – ein Bericht von Janna Pienkos

„Vielleicht werden die Träume, die du zu träumen wagst, tatsächlich wahr.“

Diese Hoffnung versuchten wir, die 77 Schüler und Schülerinnen der drei Unterstufenklassen der EFS am 20.04.2018 durch unsere abwechslungsreiche und farbenfrohe Regenbogen-Revue zu verbreiten.

Ein knappes halbes Jahr verbrachten wir, aufgeteilt in vier Kurse, mit der Vorbereitung für diese Aufführung.

Unser Chor, der verschiedenste Lieder einstudierte, vermochte Gänsehaut über den einen oder anderen Zuschauer zu jagen. So werden uns wohl Lieder wie „Kinder in der einen Welt“ oder die toll gemeisterte Solodarstellung des Liedes „Stell dir vor“ von Josy Emilia Landgraf lange in Erinnerung bleiben. Unter der Anleitung unseres Musiklehrers Jörg Spaude gelang eine schöne und abwechslungsreiche Musikuntermalung der Regenbogen – Revue. „Jörg Spaude war selbst sehr motiviert und übertrug dies auch auf uns Schüler. Das Singen war immer sehr lustig.“ — Zitat: Mitglieder des Chors.

Durch szenische Einlagen wie „Doktor Allwissend“ entlockte der Improvisationstheaterkurs den Zuschauern ein Schmunzeln oder Lachen. Allerdings gelang es auch durch Darstellungen wie „Freude auf ein Date“, die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken über ernste Themen, wie zum Beispiel die „Diskriminierung von Homosexualität“ anzuregen. Unter der liebevollen Anleitung von Verena Jannaber stellten wir, die Schülerinnen und Schüler des Improvisationstheaters, eine Show auf die Beine, welche die wichtigsten Themen der Regenbogen – Revue auf eine einprägsame und humorvolle Art und Weise darstellte. „Wir hatten sehr viel Spaß und haben viel zusammen gelacht! Auch wenn es nicht immer ganz so einfach war.“ — Zitat: Mitglieder des Improvisationstheater-Kurses.

Der Religionspädagogik-Kurs fasste die Themen der Regenbogen Revue in ernsten und liebevoll gestalteten Texten und Erzählungen zusammen, die durch uns Schüler und Schülerinnen während der Aufführung vorgetragen wurden. Reden über Nelson Mandela und Bischof Desmond Tutu, die gegen das Schwarz-Weiß denken kämpften, Erzählungen von einem freien Leben in Liebe und Einigkeit oder die große Rede gegen Diskriminierung, der Traum von Martin Luther King, das irgendwann seine kleinen Kinder in einer Nation leben, in der sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden. Bitten um Gerechtigkeit für die Kinder dieser Welt. Texte, mit denen wir für den Frieden eintreten wollen, der jedem gebührt. Bettina Ley als unsere anleitende Lehrkraft arbeitete mit uns Seite an Seite.  „Wir haben viele neue Erfahrungen gesammelt als eingespieltes, tolles Team. Dank Bettina.“ — Zitat: Mitglieder des Religionspädagogik-Kurses.

Für die instrumentale Untermalung der Regenbogen Revue sorgte die Band unter Anleitung des engagierten Lehrers Eckhard Heggemann. Dass die meisten Teilnehmer dieses Kurses bis zu Beginn der Vorbereitungen noch nie ein Instrument in den Händen hielten, ist nicht zu erahnen gewesen. Durch harte Arbeit gelang es den Schülerinnen und Schülern, die Revue mit sorgfältig eingeübten Stücken wunderbar zu begleiten. Mit den Instrumenten Bassgitarre, E-Gitarre, Cajón und einem Keyboard gelang es der Band, die Gesänge des Chors und die Theatereinlagen des Improvisationstheaters passend und anregend zu untermalen. „Es war harte Arbeit, die sich letzen Endes sehr gelohnt hat. Ohne Eckhard Heggemann wäre uns dies nicht möglich gewesen.“ — Zitat: Mitglieder der Band.

Die Regenbogen Revue war eine vielfältige Mischung aus Freude und Ehrfurcht für die Themen, die wir anbringen wollten, um die Zuschauer und Zuschauerinnen auch zum Nachdenken anzuregen.

In dem halben Jahr gelang es uns, mit Begleitung der Lehrkräfte Bettina Ley, Verena Jannaber, Jörg Spaude und Eckhard Heggemann eine Aufführung auf die Beine zu stellen, die uns ganz neue Möglichkeiten eröffnete. Wir lernten uns besser kennen und fanden neue Freunde. Wir lernten, miteinander zu arbeiten. Wir erkannten, dass wir als ein Team, als eine Einheit durch Mut, Kreativität und Engagement ein Werk auf die Beine stellen können, auf das wir stolz sein können.

So vielfältig wie der Regenbogen waren unsere Lernerfahrungen. Es hat Spaß gemacht, sich auf unterschiedlichste Art und Weise an neue Themen zu wagen. So wurden diese Kurse für alle zu einem Gewinn.

… und wer weiß, vielleicht werden ja auch die Träume, die wir zu träumen wagen, tatsächlich wahr – irgendwann, vielleicht, jetzt und hier … somewhere over the rainbow….

Janna Pienkos U3



Einladung zur Regenbogen-Revue der Unterstufen, 20. April 18, 20.00 Uhr

Die Regenbogen – Revue:   Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Der Regenbogen ist ein wesentliches Element zahlreicher Mythologien und Religionen – über Kulturen und Kontinente hinweg. Häufig hat er dabei die Rolle eines Mittlers oder einer Brücke zwischen der Götter- und der Menschenwelt.

Im Alten Testament ist der Regenbogen ein Zeichen des Bundes, den Gott mit den Menschen schloss. Gott versprach mit ihm das Ende der Sintflut. Der Regenbogen gilt bis heute als Zeichen des Friedens zwischen Mensch und Gott. „Jedes Mal, wenn ich Regenwolken über die Erde schicke, wird der Regenbogen in den Wolken zu sehen sein. Dann werde ich an meinen Bund mit euch und mit allem, was lebt, denken.“

Auch in der Musik finden sich zahlreiche Anhaltspunkte rund um den Regenbogen. Judy Garland besang 1939 eine Gegend „irgendwo über dem Regenbogen“ wo „Träume wahr werden“.  Natürlich gibt es noch viele weitere symbolische Verwendungen für den Regenbogen. Die „Rainbownation“ in Südafrika. Die Regenbogenfahnen für Toleranz und sexuelle Freiheit. Die Fahne der Friedensbewegung …

Die Schüler und Schülerinnen des Religionspädagogikkurses unter Leitung von Bettina Ley haben verschiedene Symboliken und Ideen zum Regenbogen aufgegriffen, weiterentwickelt und interpretiert. Die musikalische Umsetzung haben Schüler und Schülerinnen des Chores von Jörg Spaude sowie der Band unter Leitung von Eckhard Heggemann in die Hände genommen. Die Bühnendarstellung wird von Schülern und Schülerinnen des (Impro-)Theaterkurses unter Leitung von Verena Jannaber übernommen.

Ein großes Schulprojekt, an dem mehr als 75 Personen vor und hinter den Kulissen mitwirken, um die Zuschauer auf eine Regenbogenreise – auf eine Revue der besonderen Art mitzunehmen. Eine informative und unterhaltsame Inszenierung mit bunten Szenen, verschiedenen Facetten, vielen bekannten und unbekannten Liedern.

Aufführung: Freitag, 20. April um 20.00 Uhr

Ort:  Aula der Evangelische Fachschulen für Sozialpädagogik und Heilpädagogik, Iburger Str. 183, 49082 Osnabrück

Eintritt frei – um eine Spende zugunsten des Schülerhilfefonds der EFS sowie der Osnabrücker Kindertafel wird gebeten

 


Verabschiedung der examinierten HeilpädagogInnen am 23. Februar 2018

Und wieder eine fröhliche Zeugnisverleihung…

Nach mehr als 2,5 Jahren war es soweit: Am Freitag, 23. Februar wurden 16 Heilpädagoginnen und Heilpädagogen der HP TZ 3 feierlich entlassen. Unter dem Motto „Positiv annehmen“ hatte die Klasse gemeinsam mit ihrem Religionslehrer Dietmar König eine Andacht vorbereitet, in der das Bibelwort Mt. 6, Vers 25 bedacht wurde: „Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet. Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“ Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Marcel Stölting am Klavier und Zander Reurik und Dietmar König mit der Gitarre.

„Positiv annehmen“ war ein häufig genannter Begriff in der Ausbildung, zum ersten Mal ins Spiel gekommen bei einem gemeinsamen Improvisationstheaterprojekt mit der Impro-Aktiv-Werkstatt der Ledder Werkstätten. Was für das Improtheater unabdingbar ist, weil ohne das positive Annehmen keine Geschichte auf der Bühne entstehen kann, passt auch sehr gut zu der Ausbildung und den neuen beruflichen Herausforderungen der HeilpädagogInnen: Sieh Dir die Situation an, beobachte gut, erkenne die Ressourcen und baue Dein weiteres pädagogisches Handeln professionell darauf auf.

Außerordentliches Durchhaltevermögen und hohes Engagement haben die AbsolventInnen des berufsbegleitenden Bildungsgangs bereits in den vergangenen zweieinhalb Jahren bewiesen, mit dem zusätzlichen theoretischen und praktischen Handwerkszeug der Ausbildung kann es nun also losgehen in eine erweiterte berufliche Zukunft. Da passte das Abschiedsgeschenk von Klassenlehrerin Maria Hinze sehr gut: Ein heilpädagogischer Herzschrittmacher, praktisch und mit Symbolkraft.

F. Niederdalhoff, 23.2.18