Das war: Improtheater! Erfolgreiche Show der IAW und der HPTZ 2 am 1. Advent in der Aula der EFS

„Ich möchte ein Aquarium kaufen.“ – mit dieser Aufforderung betritt Annika die Bühne. Schnell zaubert Maximilian ein kleines imaginäres Aquarium herbei:
„Da passen drei kleine Fische rein.“
Wie wird die Kundin reagieren? Freudig? Wütend? Oder gelangweilt?
Das bestimmt das Publikum, denn die Schaupielenden auf der Bühne müssen in 5 Sekunden das umsetzen, was das Publikum zuvor der Moderation zugerufen hat. Total schnelle und extreme Gefühlswechsel auf Zuruf bei der Kundin – und der Verkäufer soll einfach neutral bleiben. Oha.
Was für eine Herausforderung – aber kein Problem für Annika und Maximilian.

Improtheater ist mutiges Theater, denn es wird nichts auswendig gelernt, es gibt kein Bühnenbild und keine Kostüme – sondern nur die Kreativität der Mitspielenden. Begeistert applaudierte das Publikum bei der Show, die die Heilpädagogik-Klasse (HPTZ 2) gemeinsam mit der Impro-Aktiv-Werkstatt (IAW) der Ledder Werkstätten improvisierte.

Zahlreiche Lacher machten deutlich, wie gut sich die Zuschauer*innen unterhalten haben – ob bei der Pantomime von schwangeren Männern im Wartezimmer der Gynäkologin oder bei der Oper in der Kalumet-Herstellung der Ledder Werkstätten.

Neben den gefühlsintensiven Szenen beeindruckten spontan vorgetragene Gedichte zum Thema „Baumarkt“ oder „Schlüsselbein“, akrobatische Leistungen beim Yogakurs oder spontane Lieder über die Kunst des Window-Colors oder über Window-Calamaris…

War der Urlaub auf Helgoland eigentlich total schön? Oder haben die vielen Robben am Strand nur genervt? Ist es zu vertrauenssoll, ein Schäferstündchen mit einem soeben kennengelernten BoFrostmann einzugehen? Und wer war der männliche Hauptdarsteller bei „Dirty Dancing“? Wohl nicht John Travolta, aber beim Impro ist eben alles möglich…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während die Profis der IAW bereits seit über 16 Jahren auf der Bühne stehen, war es für den Großteil der HPTZ 2 das erste Mal – aber sie ließen sich von den Profis mitziehen und zogen auch selbst hervorragend mit, als es hieß: 5-4-3-2-1 los.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu danken ist an dieser Stelle allen Beteiligten, und insbesondere Christian Flechsig von den Ledder Werkstätten, Verena Jannaber, der Leitung der IAW sowie Julian Schwindt, der die Show sehr gekonnt am Klavier musikalisch begleitet hat.

Danke auch für die zahlreichen Kuchenspenden und das Geld im Hut, welches dem Schülerhilfefond der EFS zugute kommen wird. Danke an ALLE für einen wunderbaren, amüsanten und lebendigen Sonntagnachmittag!

 

 

 

 

 

 

 

In der Moderation und im Gleichschritt – wenn es um das Improvisieren geht ;-))
Verena Jannaber und Friederike Niederdalhoff


90 Jahre EFS – 16 Gruppen stehen in der Projektwoche zur Wahl:

Am 23.01.2019 finden die Wahlen für die Gruppen zur Projektwoche in den Klassen statt. Im folgenden sind die sechzehn Projekte näher beschrieben, und es wird eine große Vielfalt angeboten: 90 Jahre Geschichte der Pädagogik, 90 Jahre Ausbildung von Erzieher*innen, 90 Jahre Ev. Schule in Osnabrück! Umgesetzt mit Zeitzeug*innen und Ehemaligen, mit Exkursionen und Aktionen, mit Gesang, Theater und Tanz…

1 Organisationsgruppe

Teilnehmer(innen): 8 Personen

Leitung: Karina Wilkens und Eckhard Heggemann

Habt ihr Spaß an Planung – Organisation – Einkauf – Vernetzung?

Gesucht werden freundliche, spontane, flexible, unkomplizierte Organisationstalente, die bereit sind, während der Projekttage einige der umfangreichen Organisations- und Koordinationsaufgaben zu übernehmen. Beispielaufgaben wären die Materialbeschaffung für die Projektgruppen, die Materialausgabe verwalten, die Raumpläne erstellen, den Tag der offenen Tür organisatorisch vorbereiten u.e.a.m.

Unsere Devise lautet hierbei: „Was man lernen muss, um es zu tun, lernt man, indem man es tut.“

Gut wäre, wenn (mindestens) zwei der Teilnehmer/innen ein Auto zur Verfügung stellen könnten. Für die Fahrten wird Kilometergeld verrechnet. Und wenn auch erfahrene Studierende aus den Vorjahren ihre bereits erprobten Talente einbringen könnten.

2 Projektcafe

Teilnehmer(innen): max. 10 Personen

Leitung:  Inga John und Hedwig Wübbels

Während der Projekttage werden wir in gewohnter Tradition erschwingliche Snacks und Gerichte zubereiten, die wir dann im Projektcafe anbieten.

Das Cafe ist dabei nicht nur Ort zum Verzehren des Essens, sondern Treffpunkt unserer Schulgemeinschaft  und somit Platz für gelebte Schulkultur.

Neben dem beliebten Frühstücksangebot wird es sicher Klassiker wie frisch gebackene Waffeln geben, Herzhaftes, aber auch  warme Speisen am späteren Vormittag.

Unsere Gruppe plant, organisiert, kauft Zutaten ein, bereitet zu  und serviert – Wer also dazu Lust hat und gerne auch eigene Ideen einbringt und umsetzt oder einfach gerne kocht und den Gästen serviert, ist herzlich willkommen.

3 Streifzug  durch 9 Jahrzehnte Esskultur

 Leitung:  Jutta Plate, Eugenia Pantelidi, Melissa Heldt und Monika Rahimi

Einwecken, Gemüsegarten, Hunger während und nach dem Krieg, Käse-Igel, Schinkenröllchen, Schwarzwälder-Kirsch-Torte, Wirtschaftswunderbäuchlein, Schönheitsideal, Twiggy, Fast-Food, Vollwertkost, Food-Fotografie, Ernährungstrends – dies sind nur einige wenige Stichworte, mit denen man die esskulturelle Entwicklung charakterisieren kann.

Mit unserem Projektangebot laden wir euch zu einem genussfreudigen Kennenlernen unterschiedlichster Rezepte der letzten 90 Jahre ein. Gemeinsam werden wir Gerichte überlegen und Rezepte sammeln, welche typisch für die jeweilige Zeit waren. Diese gemeinsam ausgewählten Köstlichkeiten werden wir vorbereiten, verzehren und unseren zahlreichen Besuchern am Tag der offenen Tür anbieten.

Zu unserem Projektangebot gehört natürlich auch die eigene Verköstigung, wir werden hierbei unsere ausgesuchten Mahlzeiten zusammen ausprobieren und genießen. Die Besichtigung eines Lebensmittelindustrie-Betriebes ist in Planung.

Für die Lebensmittel entsteht hierbei ein Kostenbeitrag in Höhe von 10 ,- Euro pro Teilnehmer/in.

4 Verpackungswahn heute- können wir von früher lernen? -schöner, nachhaltig, lecker-

Leitung: Rebecca Reuter und Katrin Reichert                                               TN: max. 18

Früher hat man sich nicht mit der Umwelt beschäftigt, trotzdem vielleicht Vieles richtig gemacht, weil man Vieles selber machen konnte und auch musste. Jetzt verpacken wir alles in Plastik. Das geht auch anders und ressourcenschonender. Wir wollen uns beschäftigen mit der Verwendung und Vermeidung  von  Plastikverpackungen und der Herstellung von Alternativen.

Schon mal Joghurt selber gemacht oder Tücher mit echtem Bienenwachs hergestellt?

Wir wollen Alternativen zu herkömmlichen Plastikverpackungen selber entwickeln und gestalten. Außerdem wollen wir uns über unseren eigenen Plastikverbrauch Gedanken machen und nachhaltigere Verpackungsmöglichkeiten entdecken.

 Exkursion: Besuch zu  tara unverpackt am Dienstag

5 „Kleider machen Leute. Nackte haben wenig oder gar keinen Einfluss auf die Gesellschaft.“ (Mark Twain)

90 Jahre Mode – Musik – Tanz

 Leitung: Silvia Retta-Juchem und Jörg Spaude

Jede Zeit hat ihre eigene Sprache, ihre eigene Musik, ihre Tänze und ihre Mode. Diese sind tief mit unserer Kultur- und Familiengeschichte verwoben. Spuren vergangener Jahrzehnte tragen wir ins uns.
Wir laden euch zu einer spannenden Zeitreise ein. Bringt bitte zum ersten Treffen etwas aus deinem Geburtsjahr mit, z.B. Zeitungsmeldung, Gegenstand, Kleidungsstück o.ä.

Mögliche Exkursionen:
Kostümfundus theaterpädagogisches Zentrum in Lingen
Kostümverleih Bünde-Mockrum

Für den Tanzunterricht fallen Kosten von 5 Euro an.

6 Zappenduster und Kunterbunt!    Schwarzlicht-Theater

Leitung: Karin Heidemann und Saskia Reckwert

Im Schwarzlicht-Theater bieten sich ungewöhnliche und vor allem überraschende Möglichkeiten das Thema „90 Jahre EFS“ darzustellen. Vielleicht machen wir uns auf eine Zeitreise der Pädagogik, erleben Struwwelpeter als Vertreter der sog. Schwarzen Pädagogik kunterbunt im Schwarz-Licht? Wie lassen sich aktuelle Genderfragen spielerisch verblüffend thematisieren? Und kann „Alexa“ Erzieherin der Zukunft werden? Oder feiern wir einfach eine Geburtstagsparty mit verrückten Überraschungen?

Nachdem wir uns in den ersten Tagen mit dem Spiel auf der Schwarzlicht-Bühne vertraut gemacht haben, sind eure Ideen gefragt! Wir wollen eine kleine Show für den Tag der offenen Tür entwickeln.

Ihr benötigt für alle Tage vollständig schwarze Kleidung!! Weiße und neonfarbige Kleidungsstücke und Accessoires können wir auch gut gebrauchen!

Wir  freuen uns darauf, mit euch unsere neue Bühne und Ausstattung ausprobieren zu können!

7 Anno 1929 – 2019: History „Evangelische Fachschule“ (EFS)

Leitung: Erika Eilers

 Wer macht mit bei der „Spurensuche“? Die EFS befindet sich erst seit 1963 am Schölerberg! Damals übrigens: „Evangelische Fachschule für Kindergärtnerinnen“, genannt.

Das wirft Fragen auf: Wo war die Schule eigentlich vorher? Was geschah in der Zeit zwischen 1929 und 1963……….und danach? Welche Einrichtungen/Orte standen oder stehen heute noch mit der Schule in Verbindung?  Welche Ereignisse hatten Einfluss, z. B. auch auf die Ausbildungsinhalte?

Wir überlegen gemeinsam, welchen Themen wir auf die Spur kommen wollen. Wir planen zusammen und machen uns in Osnabrück (evtl. auch der Umgebung) auf Entdeckungsreise. Wir versuchen zu rekonstruieren wie es damals war, denn es ist viel passiert seit 1929.

Anschließend ist dann Kreativität und Gestaltungsfreude beim Aufarbeiten angesagt. Wir dokumentieren durch Text, Foto, Film und geben so am Tag der offenen Tür einen Einblick in unsere Recherchen.

8 ErzieherInnenausbildung-Früher + Heute  „…und wie war’s bei Dir?“

Leitung: Antje Christiani und Annika Köster

Wie hat sich die ErzieherInnen-Ausbildung im Laufe der Jahre verändert? Was haben SchülerInnen im Unterricht gelernt und wie konnten sie ihr Wissen in der Praxis nutzen? Welche Ausbildungsinhalte waren und sind heute noch wichtig?

Wir wollen auf Spurensuche gehen und die Entwicklung der Ausbildung unter die Lupe nehmen.

Erzieherinnen erzählen uns von ihren Erfahrungen in Ausbildung und Praxis. Wir recherchieren und informieren uns in der EFS und vor Ort in verschiedenen KiTas anhand von Berichten und Interviews.

Mit Hilfe von selbst entwickelten Fragebögen gehen wir dann in Kleingruppen in die Praxis und suchen nach Antworten.

Gesucht werden Neugierige, die ihre zahlreichen Fragen zu Papier bringen und den ExpertInnen in der Praxis auf den Zahn fühlen.  Wir freuen uns auf Schülerinnen und Schüler, die sich für die Veränderungen in der ErzieherInnen-Ausbildung interessieren und auch Spaß an der Fragenbogenerstellung und Auswertung haben.

9 FRÜHLINGS ERWACHEN: Die „Rundherumgruppe“

 Leitung: Friederike Niederdalhoff
max. 10-11 TN aus den Unterstufen

„Frühlingserwachen“  – das Drama von Wedekind wurde im letzten Halbjahr in den Unterstufen intensiv bearbeitet – und soll nun in der Projektwoche als Szenisches Theaterspiel für die Bühne umgesetzt werden. Neben der Schauspielgruppe, die sich weitestgehend mit den Originaltexten und deren Inszenierung beschäftigt, wird die „Rundherumgruppe“ folgende Aufgaben haben:

– Verfassen aktueller und ergänzender Texte – nach Art von Poetry Slam, Improtheater, Podcast etc.

– Gesamtregie – Zusammenführen von Tanztheater, Schauspiel und aktualisierten Verfremdungen

-Technik und Bühnengestaltung, Organisation der Auftritte

– Dokumentation des Prozesses mit Film und Foto

Geplant sind Aufführungen am Tag der offenen Tür sowie eventuell in der 7.KW

10 FRÜHLINGS ERWACHEN: Szenisches Spiel

Wichtig: Teilnahme nur für die Unterstufen möglich

 Leitung: Sabine Schwichtenberg und Annette Jürgensen

 Basierend auf Frank Wedekinds Drama FRÜHLINGS ERWACHEN entwickeln und proben wir gemeinsam Szenen mit dem Ziel, diese am Tag der Offenen Tür, unterstützt vom Tanztheater und Improvisationen, zur Aufführung zu bringen. Wir suchen motivierte Menschen aus den Unterstufen, die Lust haben, nach der ausführlichen Erarbeitung im Unterricht den Figuren Wendla, Melchior und Moritz  noch einmal auf ganz neue kreative Weise zu begegnen und eine Rolle zu übernehmen.

 Geplant sind Aufführungen am Tag der offenen Tür sowie eventuell in der 7. KW

11 FRÜHLINGS ERWACHEN: Tanztheater

„Frei ist, wer in Ketten tanzen kann.“ (F. Nietzsche)

 Leitung: Anna Meier                Max. 20 TN aus allen Klassen

 Ein Skandal war „Frühlings Erwachen“ von F. Wedekind, brach er doch mit gesell-schaftlichen Tabus. Wedekind konfrontierte die Gesellschaft mit ihrer doppelbödigen Moral, der die Jugendlichen in ihrer erwachenden Sexualität zum Opfer fielen.

Wir unterliegen heutzutage zwar nicht mehr dieser autoritären Moral, aber wie die Jugendlichen ihre Probleme auf dem Weg zum Erwachsenwerden lösen, ist auch in unserer Zeit aktuell. So versuchen wir, durch die Aufführung einiger Szenen von „Frühlings Erwachen“ zu einer Auseinandersetzung anzuregen.

In diesem Projekt soll es darum gehen, das Theaterstück durch Tanzeinlagen, die sich am HipHop orientieren, zu bereichern.  Willkommen sind alle Schülerinnen und Schüler, die sich für die körperliche Umsetzung von Stimmungen und Intentionen begeistern lassen.

Geplant sind Aufführungen am Tag der offenen Tür sowie eventuell in der 7. KW

12 „Prügeln bis die Seele bricht“ –
Heimerziehung in den 1950/60er Jahren
Leitung: Anne Harpenau, Kirsten Sülzle-TemmeHeimerziehung löst immer noch bei vielen negative Gefühle aus. Mit dem Wort Heim kommen schnell Bilder von großen Schlafsälen, lieblosen BetreuerInnen oder schwer erziehbaren Kindern sowie Drohungen „wenn du nicht artig bist, kommst du ins Heim!“ in den Sinn. Woher kommen aber diese Assoziationen? Um diese verstehen zu können, möchten wir uns die Schattenseiten der Heimerziehung in den 1950er bis Anfang der 1970er Jahre genauer anschauen.

Ein besonders beeindruckendes Beispiel für diese Zeit ist das diakonische Erziehungsheim Freistatt (heute Bethel im Norden). Freistatt galt als eine der härtesten Einrichtungen der Heimerziehung der Bundesrepublik. Ein abgelegenes Heim, in dem schwere körperliche Arbeit und repressive Erziehungsmethoden wie Karzer und militärischer Drill den Alltag bestimmten.

Wir möchten hinter diesen Alltag schauen und am Mittwoch, den 6.2. das damalige und heutige Freistatt kennenlernen. Hierfür plant bitte den gesamten Tag ein. Außerdem werden voraussichtlich Spritkosten anfallen. Wir freuen uns auf eine berührende Reise in die Geschichte der Jugendhilfe!

13 90 Jahre EFS-Zeitzeug*innen

 Leitung: Melanie Witte, Verena Jannaber

 Wir begeben uns auf eine Zeitreise und betrachten die Geschichte der EFS: Die handelt u.a. vom Kindergärtnerinnen- und Hortnerinnenseminar, unerwünschten Männern, einem verpflichtenden Wohnheim-Platz, bemerkenswerten Studienfahrten, und und und. ..Unterstützt wird unsere Zeitreise durch „Zeitzeug*innen“, die uns über die Ausbildungszeit aus ihrer Perspektive erzählen.

Wir freuen uns auf engagierte SpurensucherInnen, kreative Köpfe und gute ZuhörerInnen!

Wichtig: Wer Kontakt zu ehemaligen Schülerinnen und Schülern hat (z.B. Praxisanleitungen, Familienangehörige, Verwandte, Bekannte,…) kann gerne im Vorfeld der Projektwoche Kontakt zu uns aufnehmen.

14 Pädagogik in totalitären Systemen – Erziehung im ‚Dritten Reich‘ und der DDR

Leitung: Birgit Rudnick und Andrea Manteuffel

„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird.“ Hitlers Absicht war der möglichst lückenlose Erziehungsstaat. Die „totale Erziehung“ im nationalsozialistischen Deutschland umfasste die gesamte Vorschul-, schulische und außerschulische Erziehung. Ziel war es, „eine neue Elite zur Reife zu bringen, der die nationalsozialistische Denkart gleichsam mit der Muttermilch verabfolgt worden war“.

In der DDR war das Ziel der Pädagogik die „Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit“. Die staatliche Erziehung begann in den Kinderkrippen und setzte sich bis über die Oberschule hinaus fort. Wer nicht in das Gesellschaftsbild der DDR passte, dem drohte die „Umerziehung“ in staatlich geführten „Normalkinderheimen“, „Spezialkinderheimen“ oder „Jugendwerkhöfen“. Hier verbrachten knapp eine halbe Million Kinder und Jugendliche einen Teil ihrer Kindheit und Jugend.

Bindungsforscher gehen davon aus, dass die Auswirkungen der Erziehung beider Systeme bis heute nachwirken und auch unsere Generationen noch beeinflussen, z.B. durch nicht verarbeitete Traumata, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

In unserem Projekt wollen wir uns näher mit der Pädagogik der beiden Systeme – oder auch anderer totalitärer Staaten – beschäftigen und herausfinden, wie Pädagogik instrumentalisiert worden ist, um ideologische Ziele zu erreichen. Kann Erziehung überhaupt politisch neutral sein? Und wie sieht es heute in unserer Demokratie aus?

15 90 Jahre EFS – 90 Jahre Film und Musik

 Leitung: Anne Weghöft, Josy Emilia Iding

„Are you, are you, coming to the tree …“  Wir wollen mit euch gemeinsam in die Welt der Filme und der Musik eintauchen, Theaterkompetenzen erlernen und Chorerfahrungen machen. Wir wollen mit Spaß den ästhetischen Bildungsbereich erforschen und praxisnah und partizipatorisch mit euch gemeinsam erfahren.

Unsere Idee ist es mit euch gemeinsam ein Genre eines Filmes zu wählen. Mit Liedern, die wir als Chor singen wollen, und selbstgeschrieben Szenen möchten wir dann einen genrespezifischen Film drehen. Für ein gelungenes Projekt dürft ihr natürlich alles mitentscheiden und am ersten Tag das Konzept unserer gemeinsamen Woche mit uns planen.

Durch dieses Musik und Film Projekt könnt ihr neue Kompetenzen erlernen, Kompetenzen fördern und Erfahrungen machen, um dies mit Kindern oder Jugendlichen in der Praxis durchzuführen.

Wir freuen uns über alle Menschen, die gerne singen, Instrumente spielen, Theater spielen und / oder Filme drehen. Vorerfahrungen sind jedoch nicht nötig.

16 „Kunstwerk-statt“ – we are family!

 Leitung: Ben Henrich

 Der Wandel des Familienkonzeptes in der Kunstgeschichte. Gemeinsam beleuchten wir die vergangenen 90 Jahre in der Kunst und der ästhetischen Bildung. Welche Entwicklungen können wir beobachten?

Welche Neuinterpretationen bekannter Kunstwerke können wir daraus entwickeln? Gemeinsam werden wir kreativ und nutzen Techniken, die im pädagogischen Alltag hilfreich sein können.

 


OLB Studienfahrt Berlin: Auf den Spuren der DDR und mehr…

Vom 24.09.2018 bis zum 28.09.2018 standen für die Oberstufen die Studienfahrten an. In der Unterstufe konnten wir im Rahmen eines OLBs (optionaler Lernbereich) einen Kurs wählen, in dem wir uns spezifisch auf die Fahrt vorbereiten konnten. Zur Auswahl standen Rügen, die Landesgartenschau in Bad Iburg oder die Hauptstadt Berlin.

Wir aus dem OLB-Berlin trafen uns im Kurs wöchentlich nach den Sommerferien, um die Fahrt vorzubereiten.  Unter anderem besuchten wir das Hasetorkino, um den Film „Gundermann“ zu sehen. Hier wird eindrucksvoll anhand einer realen Biografie eines relativ bekannten Sängers gezeigt, wie eng alltägliches, kulturelles, berufliches und politisches Leben in der ehemaligen DDR miteinander verbunden gewesen ist und vor welche Probleme einzelne Menschen z.B. durch die Stasi  – als Spitzel und als Opfer – gestellt wurden. Außerdem haben wir in Kleingruppen unterschiedliche Themen zur ehemaligen DDR aufbereitet und dem gesamten Kurs präsentiert.

Pro Tag während der Studienfahrt gab es ein Tagesteam, bestehend aus fünf bis sechs Schüler*innen, diese waren jeweils dafür zuständig, den Tag mit allen Veranstaltungen sowie ein Abendprogramm zu planen. Da wir in unserer beruflichen Zukunft auch des Öfteren Tagesausflüge oder Freizeiten organisieren und durchführen werden, war das eine gute Vorbereitung.

Wir trafen uns am Montag, den 24.09.2018 um 9:50 Uhr am Bahnhof in Osnabrück. Gemeinsam bestritten wir die dreistündige Zugfahrt nach Berlin. Die Stimmung war ausgelassen, da wir uns alle freuten, dass es endlich losging. Ebenso waren wir gespannt, wie die Woche wird. Um circa 13 Uhr erreichten wir den Berliner Hauptbahnhof.
Das erste Tagesteam musste uns vom Bahnhof zur Unterkunft (Gäste-Etage an der Osloer Straße) führen. In der Unterkunft hatten wir dann Zeit, um uns einzurichten, bevor wir uns mit dem ersten Tagesteam die touristischen Highlights von Berlin anguckten, wie zum Beispiel das Brandenburger Tor, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, den Fernsehturm, den Bundestag und den Alex. Nach mehr oder weniger lustigen Gruppenfotos an einigen Sehenswürdigkeit trafen wir uns in der Gäste Etage und machten einen gemütlichen Cocktail- und Spieleabend. Das Tagesteam kaufte vor Ort dafür ein.

Am Dienstagmorgen besuchten wir eine multimediale Ausstellung zur Teilung Berlins, zur Berliner Mauer, zu den Fluchtversuchen vieler Bürger*innen Ostberlins sowie die Gedenkstätte an der Bernauer Straße.
Nachmittags ging es zum DDR Museum an der Spree, dort wurde besonders das Alltagsleben in der ehemaligen DDR dargestellt. Von der Wohnungseinrichtung bis zum Thema Sport und Freizeit, von der beruflichen Bildung bis zur Stasi-Überwachung, von den JungenPionieren bis zur FDJ: Zahlreiche Exponate zum Anfassen und zum Ausprobieren machten die DDR „greifbarer“ für uns.

Am Abend teilte sich die Gruppe. Ein Teil ging ins Fußballstation und guckte sich das Spiel Union Berlin gegen Holstein Kiel an. Die andere Hälfte spielte in den Gemeinschaftsraum Werwolf.

Mittwochs ging es zur  Deutschen Gesellschaft e.V.  am Potsdamer Platz. Dort besuchten wir ein Seminar zum politischen System der DDR. Das Highlight an diesem Tag war der Ausflug zum Plänterwald, einem stillgelegten Freizeitpark an der Spree, der der einzige Freizeitpark der ehemaligen DDR war. Das stillgelegte rostige Riesenrad, welches durch den Wind bewegt wurde, gab dem Freizeitpark ein besonderes Flair. Unter strenger Aufsicht durch die Security bekamen wir eine Führung durch diesen Park.  Am späten Nachmittag hatten wir dann Freizeit, bevor wir uns um 19 Uhr zum gemeinsamen Essen in der Unterkunft trafen. Die Mahlzeit  – ein leckeres Curry – bereitete das zuständige Tagesteam vor.

Am Donnerstag stand ein Besuch bei Gangway e.V. an. Dies ist eine große Berliner Einrichtung im Bereich Streetwork. Diese Einrichtung fanden wir sehr interessant, weil wir viel für unsere sozialpädagogische Arbeit mitnehmen konnten.  Die Mitarbeiterin von Gangway brachte uns den Berufszweig Streetwork sehr authentisch näher und stand für vertiefende Fragen zur Verfügung. Besonders beindruckend war für uns ihre deutlich werdende sehr wertschätzende Haltung gegenüber den Klienten und der nachvollziehbar niedrigschwellige Ansatz.

Für einige war es eine sehr lange letzte Nacht mit Clubbesuchen, bevor Freitag die Heimreise  – nach einem Brunch, vorbereitet durch das Tagesteam – anstand. Wir versuchten, die lange Zugfahrt mit Regionalzügen und mehreren Umstiegen so angenehm  wie möglich zu machen, indem wir zum Beispiel Blackstorys gespielt haben. Um ca. 18 Uhr erreichten wir gemeinsam den Zielbahnhof in Osnabrück.

Die Woche in Berlin ging sehr schnell um. Trotz der vielen Programmpunkte gab es auch genug Freizeit für die individuelle Erkundung der Hauptstadt.  Insgesamt war die Kursfahrt nach Berlin sehr erlebnisreich, informativ und oft humorvoll.  Als Ergebnis der Fahrt soll eine Ausstellung zu den Kursthemen im Studiercafé der EFS entstehen.

– verfasst vom OLB Berlin im Oktober 2018



Verabschiedung der examinierten HeilpädagogInnen am 23. Februar 2018

Und wieder eine fröhliche Zeugnisverleihung…

Nach mehr als 2,5 Jahren war es soweit: Am Freitag, 23. Februar wurden 16 Heilpädagoginnen und Heilpädagogen der HP TZ 3 feierlich entlassen. Unter dem Motto „Positiv annehmen“ hatte die Klasse gemeinsam mit ihrem Religionslehrer Dietmar König eine Andacht vorbereitet, in der das Bibelwort Mt. 6, Vers 25 bedacht wurde: „Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet. Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“ Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Marcel Stölting am Klavier und Zander Reurik und Dietmar König mit der Gitarre.

„Positiv annehmen“ war ein häufig genannter Begriff in der Ausbildung, zum ersten Mal ins Spiel gekommen bei einem gemeinsamen Improvisationstheaterprojekt mit der Impro-Aktiv-Werkstatt der Ledder Werkstätten. Was für das Improtheater unabdingbar ist, weil ohne das positive Annehmen keine Geschichte auf der Bühne entstehen kann, passt auch sehr gut zu der Ausbildung und den neuen beruflichen Herausforderungen der HeilpädagogInnen: Sieh Dir die Situation an, beobachte gut, erkenne die Ressourcen und baue Dein weiteres pädagogisches Handeln professionell darauf auf.

Außerordentliches Durchhaltevermögen und hohes Engagement haben die AbsolventInnen des berufsbegleitenden Bildungsgangs bereits in den vergangenen zweieinhalb Jahren bewiesen, mit dem zusätzlichen theoretischen und praktischen Handwerkszeug der Ausbildung kann es nun also losgehen in eine erweiterte berufliche Zukunft. Da passte das Abschiedsgeschenk von Klassenlehrerin Maria Hinze sehr gut: Ein heilpädagogischer Herzschrittmacher, praktisch und mit Symbolkraft.

F. Niederdalhoff, 23.2.18


Erlebnispädagogik: Kanadiertour 2011

Bramsche-Rathaus bis Gymnasium Bersenbrück

Ein Erlebnisbericht

Bevor die Boote zu Wasser gelassen wurden, gab es eine Erläuterung der wichtigsten Ruder- und Sicherungstechniken. Während der gesamten Fahrt konnte ich erleben, wie die sich Gruppe besser kennenlernte, Erfahrungen sammelte, Stärken entdeckte und Teamgeist entwickelte. Ich sah so viele verschiedene Vogelarten wie schon lange nicht mehr, konnte beobachten wie die Landschaft sich im Vorbeifahren veränderte und ließ mich hin und wieder treiben. So lernte ich die Strömung des Flusses kennen. Meine Kräfte musste ich während der Fahrt gut einschätzen und einzuteilen. Auch habe ich gelernt, wie wichtig es ist, sich abzusprechen und vorausschauend zu steuern, um so das Boot gut an Hindernissen vorbeizusteuern. Alles in allem lässt sich sagen, dass diese Erfahrung sehr schön und wichtig für mich war und mir sehr viel Kraft für die kommende Zeit geschenkt hat. (Simone, Schülerin – 2011) „Erlebnispädagogik: Kanadiertour 2011“ weiterlesen


HAJK 2011: Wir haben es geschafft …

Ein Erlebnisbericht über eine erlebnispädagogische Exkursion

Um 8 Uhr starteten wir unseren Hajk von den efs. Die ersten 3 km gingen flott von den Beinen. Wir liefen durch den Schölerberg am Zoo vorbei. „Hoffentlich wird es nicht regnen“, waren die Gedanken, die uns von da an begleiteten.

Zwei Schülerinnen hatten die Führung übernommen und suchten mit Karte und Kompass nach dem Weg. An einer Weggabelung kamen Zweifel auf, ob es hier links oder rechts her gehen müsste. Wir entschieden uns für rechts, was sich im Nachhinein leider als falsch herausstellte.

Immer häufiger wurde nach der Länge des Weges gefragt. Die Gruppenleitung motivierte zum Weiterlaufen. Viele kurze Zwangspausen mussten gemacht werden, damit die Gruppe zusammenbleiben konnte. Natürlich wurde deutlich wie nötig ein gewisses Vorbereitungstraining ist, um nicht zu schnell an seine Grenzen zu stoßen. Aber dazu bedurfte es ebenso der richtigen Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Nach einer Toilettenpause an einer Tankstelle gab es noch eine längere Steigung und die erste Etappe war geschafft. „HAJK 2011: Wir haben es geschafft …“ weiterlesen